Posts by casaque jaune

    »Ready to rumble« - dieser in seiner Originalfassung mittlerweile sogar urheberrechtlich geschützte Schlachtruf des amerikanischen Boxringsprechers Michael Buffer trifft – auch wenn er nicht unbedingt »ladylike« und damit einer Stute angemessen sein mag - ziemlich gut, was die TraberParti -Community heute weit vor dem ersten Rennen der traditionellen Fronleichnam-Veranstaltung in Mönchengladbach gottlob auch an den Bildschirmen hat mitverfolgen können: Unsere HANNAH ist bereit für die neue Saison!


    Nachdem JAXON SCHERMER aufgrund einer Indisposition passen musste, ließ sich »Chef« Michael Nimczyk natürlich nicht nehmen, selbst das „Regiepult“ unserer „Lady“ zu übernehmen. HANNAH wusste vom ersten Schritt an, worum es ging, und übernahm ebenso problemlos wie von der Sehne geschnellt das Kommando. Bereits nach einer ersten Zwischenzeit von 1:14,7 war klar, was im Vorfeld schon zu erwarten war: einzig das aktuelle Heisterfeldshofer Charity-Pferd HOPE FOR CHILDREN würde „bei der Musik“ mitspielen; die beiden bislang noch nicht gestarteten übrigen Teilnehmer hingegen würden mit etwas Abstand ihr eigenes Rennen austragen.

    Nach einem mittleren Kilometer in 1:19 hielt Uwe Zevens mit Erreichen des Schlussbogens die Zeit für gekommen, unserer HANNAH mal „auf den Zahn zu fühlen“, war mit seinem Fuchs im Nu neben ihr und hatte mit Erreichen der Zielgeraden auch schon Vorteile. Dann aber kam unsere „Lange“ zurück, machte sich – auch wenn Michael Nimczyk die Peitsche nicht einsetzte - flach, wie wir es von ihr kennen, und holte auf einer Schlusshalben von 1:13,5 gegenüber dem Angreifer bis zur Linie wieder eine knappe Länge heraus, auch wenn beide Pferde natürlich nicht wirklich gefordert wurden. Die Zeitmessung wies 1:16,4 über den Weg aus.


    »Ich war sehr zufrieden mit HANNAH. Sie hat alles ganz einfach gemacht und ich hätte jederzeit schneller fahren können« war das Statement Michael Nimczyks, das er mir am Abend in die Feder diktierte, denn ein Besuch im Mönchengladbacher Stallgelände blieb uns verständlicherweise und zurecht verwehrt.


    Ich freue mich sehr auf die letzte Saison mit HANNAH, und ich bin mir sicher, da bin ich bei weitem nicht allein. Die heutige Performance macht Lust auf mehr!


    Bereit für die neue Saison: HANNAH HAZELAAR


    HANNAH strebt im Probelauf sofort an die Spitze ...


    ... und gibt unterwegs den Ton an.


    1:13,5 werden für die letzten 500 Meter gemessen, auf denen ...


    ... HANNAH HAZELAAR gegenüber HOPE FOR CHILDREN einen sicheren Vorteil behauptet.

    HANNAH comes back!


    Mitte März hatten wir das Jahresdebüt unserer HANNAH in der Community bei reibungslosem Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb für Ende Mai, Anfang Juni vorskizziert und lagen damit nicht so verkehrt: am kommenden Donnerstag, dem traditionellen Fronleichnamstermin an der Niersbrücke , ist es so weit: unsere „Lange“ kehrt im Rahmen eines Probelaufs auf die Rennbühne zurück.


    Dabei wird es ein Novum geben, denn nicht Michael Nimczyk, sondern Robbin Bot wird Platz im Sulky unserer Stute nehmen.


    In Anbetracht dessen, dass es um nichts anderes geht, als sich den „letzten Schliff“ für die Wettkampfsaison zu holen, ist eine dezidierte Analyse des Starterfeldes gewiss nicht angezeigt. Ich persönlich erachtete es aber als durchaus positiv, dass HANNAH sich hier als die gewinnreichste Teilnehmerin des Fünferfeldes mit dem Charity-Pferd HOPE FOR CHILDREN (Uwe Zevens) und vor allem dem von Michael Nimczyk gesteuerten letztjährigen »Derby«-Kandidaten JAXON SCHERMER mit adäquaten „Sparringspartnern“ messen kann, die der Vorbereitung sicher gut tun.


    Auch wenn ein Live-Erlebnis an diesem Donnerstag vermutlich noch nicht möglich sein wird, stehen die Zeichen gemessen an der Tatsache, dass bei den Düsseldorfer Galopprennen am vergangenen Wochenende bereits wieder zwei Besitzer pro Pferd zum Rennbahnbesuch zugelassen waren und Daglfing angekündigt hat, am kommenden Samstag Besitzer bereits wieder generell Zutritt zur Bahn gewähren zu dürfen, nicht schlecht, dass wir bald wieder alle vor Ort dabei sein können, wenn es heißt: „HANNAH go!“


    Uns allen in der TraberParti wünsche ich am Donnerstag eine Performance, die zuversichtlich in die Zukunft blicken lässt.

    Ich habe den Text von Dave Briggs von Harness Racing Update nachfolgend frei übersetzt, weil ich ihn für das Beste und so ziemlich Neutralste halte, was in diesem Zusammenhang veröffentlich wurde - ganz im Gegensatz zum "Enthüllungsjournalismus" des Norwegers Truls G Pedersen auf Trav og Galopp-Nytt, von dem ich mich ob anderer Meinung als er auch noch wüst beschimpfen lassen musste...


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    Svensk Travsport (ST) untersucht, ob Daniel Redéns Schützling PROPULSION seines »Elitloppet«-Sieges beraubt werden soll - und vielleicht mehr als 3,6 Millionen US-Dollar in Europa -, nachdem ST nicht bemerkt hatte, dass das Pferd in den Vereinigten Staaten vor fünf Jahren unter früherer Obhut Nervenschnitte an beiden Vorderbeinen erhalten hatte.


    Von Dave Briggs / Harness Racing Update (HRU)


    Bevor Svensk Travsport (ST, der schwedische Trabverband) die Karriere eines seiner vielversprechendsten jungen Trainer zerstört, hoffe ich, dass sie sich an die gleichen hohen Standards hält, die sie an die Mitglieder der Branche legt, die sie überwacht.

    Diese Woche, nur Tage nachdem Daniel Redéns Starschüler PROPULSION am Sonntag in Solvalla den »Elitloppet« gewonnen hatte, kursierte aus Schweden die Nachricht, dass der in den USA von MUSCLE HILL aus der DANAE gezogene Hengst möglicherweise diesen Sieg verliert - oder schlimmer noch: alle europäischen Siege -, weil er in den USA Nervenschnitten an beiden vorderen Gliedmaßen unterzogen wurde, während er sich noch in US-Besitz befand.


    Pferde, die sich Nervenoperationen unterziehen - unabhängig davon, wie viel Zeit seit der Operation vergangen ist - dürfen nach den strengen schwedischen Regeln nicht an Rennen teilnehmen.


    Meinetwegen.


    Schweden sollte für seine strenge Haltung zur Integrität bewundert werden, solange die eigene Integrität von Svensk Travsport nicht zu beanstanden ist. Leider scheint dies hier nicht der Fall zu sein.

    (Zur vollständigen Offenlegung sei an dieser Stelle angemerkt, dass der Europa-Kolumnist des HRU, Thomas Hedlund, auch für Daniel Redén tätig ist, weshalb ich über diesen Fall schreibe und nicht Hedlund. Dies ist meine Meinung, nicht die von Hedlund oder Redén.)


    Eine Untersuchung ist im Gange und die schwedischen Behörden haben bis Donnerstagabend noch nicht über den Fall entschieden. Das hinderte Maria Croon, die Geschäftsführerin von ST, aber nicht daran, diese Woche im schwedischen Fernsehen zu sagen, dass die Trainerverantwortungsregel Redén die Schuld gibt, unabhängig von den Umständen im vorliegenden Fall.

    Viele werden ihr wahrscheinlich zustimmen, aber die Umstände sind hörenswert, da sie stark auf Versäumnisse und Schuld von ST hinweisen. Dass Croon vor Abschluss der Untersuchung eine solche öffentliche Erklärung abgab, ist höchst fragwürdig und scheint sicherlich ein Versuch der notorisch strengen Vereinigung zu sein, trotz ihrer offensichtlichen Mängel in diesem Fall anderswo die Schuld zu suchen.


    Beschäftigt man sich mit den Details, so riecht das Ganze nach einem Versäumnis der ST und nicht nach einem Trainer, der versucht zu betrügen.

    Ja, Redén (40) weiß, dass Pferde, die sich einer Nervenoperation unterzogen haben - etwas, das legal und im amerikanischen Rennsport relativ häufig ist, wenn sie auf dem unteren Teil der Beine vorgenommen werden -, in Schweden nicht an Rennen teilnehmen dürfen. Redén sagte jedoch, er sei sich nicht bewusst, dass PROPULSION das Verfahren durchlaufen habe, bevor er den Traber bei der Tattersalls Summer Mixed Sale am 2. August 2015 in The Meadowlands für 210.000 USD kaufte (Redén und Brixton Medical AB sind offiziell als Käufer in den Verkaufsergebnissen aufgeführt, obwohl es Marcus Melander war, der physisch den Kauf im Namen von Redén tätigte).


    Redén sagte der HRU, dass er das Pferd niemals gekauft hätte, wenn er sich der Nervenschnitte bewusst gewesen wäre. "Natürlich nicht", sagte Redén. "Es würde überhaupt keinen Sinn machen, ein Pferd zu kaufen und nach Schweden zu bringen, das dort nicht starten darf."


    Der Chief Operating Officer und Registrator der United States Trotting Association (USTA), TC Lane, scheint Redéns Geschichte zu untermauern, dass der Trainer vor dem Kauf des Pferdes nichts über die Nervenschnitte wusste.


    Die Zeitschiene ist hier sehr wichtig. Folgen wir ihr!


    Dokumente, die die HRU erhalten hat, zeigen, dass die Eingriffe im April 2015 durchgeführt wurden. Tony Alagna, der damalige Trainer des Pferdes, teilte der HRU diese Woche mit, dass PROPULSION nach Abschluss des Verfahrens auf Meadowlands lief und er den Veranstalter wie vorgeschrieben über die Eingriffe informierte.

    Lane sagte, die USTA sei erst „am oder um den 18. August 2015“ offiziell darüber informiert worden, dass PROPULSION die Nervenschnitte erhalten habe - etwa zwei Wochen nachdem er an Redén und Brixton Medical AB aus Schweden verkauft worden war.

    Fragen Sie mich nicht, warum es in diesem Fall so lange gedauert hat, bis die USTA informiert wurde, aber das ist irrelevant, da das Verfahren in den USA, in denen das Pferd zu dieser Zeit Rennen gelaufen ist, nicht illegal ist.


    (Randnotiz: Warum ist es im digitalen Zeitalter für Trabersportverbände so schwierig, Informationen auszutauschen? Mit dem Ziel von Transparenz, Integrität und allen guten und heiligen Dingen sollte es möglich sein, Informationen sofort auf der ganzen Welt auszutauschen, wenn diese irgendwo aktualisiert werden.)


    Lane sagte, als die USTA von den durchgeführten Nervenschnitten erfuhr, kontaktierte sie die Vorbesitzerin des Pferdes, Brittany Farms, die das Pferd in einer Besitzergemeinschaft mit Joe Sbrocco, Little E LLC, Marvin Katz, Al Libfeld und Sam Goldband teilte, und bat Brittany, die ursprünglichen Papiere zur Aktualisierung zurück zu senden. Anschließend wurden sowohl die elektronischen USTA-Zulassungsdokumente als auch das Ausfuhrregister aktualisiert, um die Nervenschnitte offen zu legen.


    Zu diesem Zeitpunkt hatte PROPULSION Nordamerika längst verlassen.


    Das Pferd reiste am 20. August 2015 nach Schweden und landete zunächst in Belgien. Redén sagte, dass das offizielle Zertifikat, mit dem PROPULSION kam, die Nervenschnitte nicht dokumentierte – ein weiterer Hinweis, dass der Trainer zu diesem Zeitpunkt nicht wissen konnte, dass die Eingriffe durchgeführt worden waren. Es wäre für Redén schwierig gewesen, es zu wissen, da die USTA-Aufzeichnungen nicht aktuell waren, bevor das Pferd in Europa ankam.


    Lane sagte, die USTA habe am 10. September 2015 einen Ausfuhrantrag für PROPULSION erhalten.

    "Nach Eingang des entsprechenden Antrags wurde der Ausfuhrschein am 14. September 2015 von der USTA ausgestellt und direkt an Svensk Travsport weitergeleitet", schrieb uns Lane. „PROPULSION wurde auch vor der Ausfuhr am 7. August 2015 von einem Tierarzt untersucht, wobei Kaltbrandmarken auf beide vorderen Gliedmaßen festgestellt wurden. Eine neue Registrierungsbescheinigung mit aktualisierten Informationen hinsichtlich der vorgenommenen Nervenschnitte wurde an Brixton Medical in Schweden gesendet.“


    Redén besteht darauf, dass er den aktualisierten Ausfuhrschein nie erhalten hat, aber wir glauben fest daran, dass Svensk Travsport das aktualisierte Zertifikat von PROPULSION erhalten hat - und dieser Teil der Geschichte ist wichtig.

    Bevor PROPULSION am 7. Oktober 2015 in Solvalla zum ersten Mal in Europa lief, war Svensk Travsport angeblich im Besitz des Dokumentes (hier wird auf das von TrabInside zuvor in diesem Thread bereits veröffentlichte Dokument verlinkt), aus dem eindeutig hervorgeht, dass das Pferd in den USA das Nervenverfahren durchlaufen hatte, womit das Pferd nach ST-Regeln in Schweden nicht mehr startberechtigt war.


    Es handelt sich hier nicht um ein kleinschriftiges unübersichtliches Pedigree, sondern es ist ein vergleichsweise einfaches und klar strukturiertes Dokument, auf dem der Eingriff unter „Markings“ vermerkt ist. Dieser Passus dürfte für eine Vereinigung, die so streng in Bezug auf Regeln ist, kaum zu übersehen sein.

    Offensichtlich hat Svensk Travsport als schwedischer Sportverband das Dokument nicht richtig gelesen und keine geeigneten Maßnahmen ergriffen.

    Der ST könnte ihr Fehler vergeben werden, wenn nur ein oder zwei Monate bis zur Aufdeckung vergangen wären, aber PROPULSION ist in Schweden seit fünf Jahren (!) und das auf höchstem Niveau gelaufen.


    Sicherlich sollte sich Svensk Travsport - die mit der Verhängung schwerwiegender Bußgelder und Suspendierungen für die geringsten Verstöße nicht zimperlich sind - dafür verantwortlich fühlen, dass sie Jahr für Jahr ihre Sorgfaltspflicht nicht erfüllt haben. Sicherlich hat ST Regeln, die befolgt werden müssen, um die Eignung von Pferden sicherzustellen. Immerhin lief PROPULSION fünfmal hintereinander in Schwedens größtem Rennen, dem »Elitloppet«, und nicht ein einziges Mal blickte Svensk Travsport gründlich genug in seine Papiere, um ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen.

    Das ist besonders seltsam und ein bemerkenswertes Versäumnis von Svensk Travsport im Hinblick auf ihre Regeln, wenn man bedenkt, dass PROPULSION ein Amerikaner ist, der in den USA Rennen gelaufen ist. Die schwedische Aufsichtsorganisation verachtet die US-Vorschriften nämlich in der Regel für einen vermeintlichen Mangel an Integrität. Sicherlich würde man daher erwarten, dass ein US-Pferd bei Rennteilnahme in Schweden noch genauer unter die Lupe genommen wird.


    Außerdem ist Svensk Travsport dem Landwirtschaftsministerium Schwedens unterstellt und hat die Aufgabe, die Integrität des schwedischen Zuchtbuchs zu wahren - eine Angelegenheit, die die Offiziellen nicht leicht nehmen.


    Außerdem sagte Redén im Juni 2019: "Schwedische Offizielle hatten Gerüchte gehört, dass PROPULSION in den USA Nervenschnitte erhalten habe. Deshalb kamen zwei Tierärzte auf meine Trainingsanlage und untersuchten das Pferd zusammen mit den Offiziellen des Verbandes."

    Der Trainer sagte, beide Tierärzte hätten das Pferd gebeugt und beide festgestellt, dass er Gefühl auf den Hufen hatte.

    Das ist nicht weiter überraschend, da Nervenblockadeverfahren "(in den USA) eine relativ vorübergehende chirurgische Behandlung für ein Rennpferd sind, das sich mit chronischer Huflahmheit befasst", sagte uns der renommierte Pferdechirurg Dr. Patty Hogan aus New Jersey, befragt nach dem Verfahren im Allgemeinen. „Durchschnittlich nach ein bis zwei Jahre wachsen die Nerven an dieser Stelle in allen Fällen nach. Das ist eine medizinische Tatsache. Ich musste sogar einige Nervenschnitte bei Pferden wiederholen, die eine längere Karriere hatten und immer noch von Hufschmerzen geplagt waren.“


    Am Donnerstagmorgen entschied ST, dass trotz der Kontroverse PROPULSIONs Zulassung als Deckhengst in Schweden weiterhin gültig ist und seine Nachkommen, die in den Jahren 2019, 2020 und 2021 geboren wurden bzw. werden, in Schweden zum Rennen zugelassen werden. Dies deutet darauf hin, dass die gebrochene Regel nicht ausreichte, um die Nachkommen von PROPULSION auszuschließen. Hoffen wir, dass dies auch ein Zeichen für eine gewisse Nachsicht ist.


    Svensk Travsport hat nicht nur ihre eigenen Regeln nicht ordnungsgemäß befolgt, bevor PROPULSION zum Rennen zugelassen wurde, zwei Tierärzte und ein Verbandsoffizieller haben das Pferd nach einer Untersuchung, die fast ein Jahr vor dem »Elitloppet«-Sieg am letzten Sonntag stattfand, für die Fortsetzung des Rennens freigegeben.


    Zu entscheiden, dass PROPULSION allem verlustig gehen solle, was er in Schweden verdient hat, scheint eine Strafe sondergleichen.


    Lassen Sie mich betonen, dass nichts davon Redén vollständig entschuldigt oder freistellt. Die Verantwortungsregel des Trainers - so fehlerhaft sie manchmal auch ist - ist eine wichtige Regel, die eingehalten werden muss, um den Tierschutz zu gewährleisten, der eine wichtige Säule unseres Sports darstellt. Dies zu ignorieren, wäre ein gefährlicher Präzedenzfall.

    Obwohl die Nervenschnitte von anderen durchgeführt wurden, liegt es in der Verantwortung von Redén, zu wissen und wachsam zu sein, was mit einem Pferd in seiner Obhut geschehen ist, insbesondere, wenn ein Umstand gegen schwedische Regeln verstößt.

    Vermutlich vor einem Jahr, als Tierärzte und ein Verbandsoffizieller kamen, um die Gerüchte über die Nervenschnitte zu untersuchen, hätte Redén seine eigene Sorgfalt walten lassen und Erkundigungen bei den US-Behörden - oder sogar bei PROPULSIONs seinerzeitigem Trainer Alagna – einziehen müssen, ob die Eingriffe durchgeführt wurden, anstatt sie als Gerücht abzutun und mit dem Training von PROPULSION fortzufahren, nachdem die ST keine Einwände hatte.


    Trotzdem ist es angesichts der Fakten absurd zu behaupten, Redén habe versucht zu betrügen.

    Zu behaupten, er sei allein schuld, ist zu hart und kurzsichtig.

    Nur auf Redén hinzuweisen, weil er gegen Regeln verstoßen hat, als Svensk Travsport ihren eigenen Regeln nicht gefolgt ist, entlarvt ST als Heuchler.

    Einige Gerüchte deuten darauf hin, dass Redén – dessen Schützlinge zwischen 2015 und 2019 Renngewinne von mehr als 13 Millionen US-Dollar erzielten und der zugleich der Mann ist, der PROPULSIONs Vollbruder bei der Lexington Selected Yearling Sale im vergangenen Herbst für 1 Million US-Dollar gekauft hat - möglicherweise nicht nur eine schwere Geldstrafe und eine Sperre erhalten wird. Außerdem müssten alle rd. 3,6 Millionen US-Dollar zurückgezahlt werden, die PROPULSION in Europa verdient hat.


    Das, sagte Redén, wäre sein schlimmster Alptraum und würde wahrscheinlich das Ende seiner Karriere bedeuten. Um ihn herum brach diese Woche die Welt zusammen, sagte er uns.

    „Das Pferd, das so oft gegen einige der besten Pferde der Welt gekämpft hat, tut mir so leid. Er ist ein Champion für mich und sicherlich auch für viele Fans “, sagte der Trainer.

    Eine gewisse Bestrafung sollte erwartet werden, aber eine Bestrafung wird sowohl Lächerlichkeit wie auch Doppelmoral offenbaren.

    Mit einer Hand würde Svensk Travsport die Tatsache vertuschen, dass sie nicht ihren eigenen Regeln folgte. Mit der anderen würde sie ein Todesurteil gegen Redéns Karriere verhängen.


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    Die Einlassung zu Redén teile ich als so ziemlich einiziges nicht: Nachdem alle anderen versagt haben - vom Vorbesitzer über die USTA und den Auktionsveranstalter, denen allesamt nicht neu sein dürfte, dass ein nicht gerade kleiner Teil der verauktionierten Pferde den Weg nach Schweden geht, dort andere Gesetze gelten und eine Aktualität der Papiere der Pferde daher vor der Auktion zwingend notwendig ist, bis hin zum ST (hierzulande STC genannt) - kann man es nach meinem Dafürhalten am wenigsten Daniel Redén ankreiden, dass er - nachdem der STC im letzten Jahr nach Überprüfung gesagt hat: "Weitermachen!" - sich dem nicht widersetzt hat.

    Warum Lövgren da rausnimmt, wird wohl sein Geheimnis bleiben.


    Die Finalleistung von ATTRAVERSIAMO halte ich hier von vielen überschätzt. Ist innen „mitgelutscht“ und hat am Ende ein paar Geschlagene eingesammelt. PROPULSION jedenfalls wäre er gestern nicht gefährlich geworden.

    PROPPEN!


    Was er im Vorlauf gegen sich hatte, lief im Finale endlich einmal für ihn. So ist er am Ende doch noch versöhnt mit einem Rennen, in dem es bislang ein ums andere Mal gegen ihn lief. Ein fantastischer Allrounder mit einem mörderischen Speed!

    Was war das denn?

    Propulsion geht das Rennen durch die Dritte und ist am Ende 2,5 Längen hinter dem Sieger. Unfassbar!

    Freue mich auf den Endlauf.

    Wenn Kihlström sich trotz der Startpause aus der umfangreichen Redén-Auswahl für ihn entscheidet, dann sicher nicht nur aus alter Verbundenheit.

    Das sollte in meinen Augen heute der krönende Abschluss werden, und er hat ja auch noch zwei zum "Geleitschutz" im Finale, aber der Rennverlauf war schon unglaublich hart. Das wird vermutlich dann im Finale nicht mehr reichen, wenngleich PROPULSION eine Rennkopf hat, der seinesgleichen sucht.

    Fahrerisch eine exquisite Leistung von "Gaby" Gelormini: Man sollte auf dem Niveau schon ein bisschen wissen, was man in der Hand hat.


    By the way: Keiner in den Vorläufen war so schnell wie ECURIE D.

    Es ist einfach nur gnadenlos schade, dass die heute gebotenen Leistungen nicht das Publikum bekommen können, das sie verdient hätten. Aber »safety first« ist und bleibt nun mal richtig.


    Was man auch schreiben möchte - es wird diesem ECURIE D irgendwie nicht gerecht! Möge er gesund bleiben, dann wird ihm nichts in diesem Sport verwehrt bleiben - was auch immer man mit ihm anstrebt. Eine Augenweide, ein Pferd, wie man es sich nicht schöner malen kann. Und nach dem Ziel gleich wieder mit gespitzen Ohren. Und immer noch mit fester Watte.


    HELL BENT FOR AM unglaublich stark, auch NATORP BO nach dem anfänglichen Kraftakt eine makellose Leistung. Hoffentlich stehen beide das durch.

    Earl Simons Züchter und Besitzer ist Schwede. Wenn wir die Nationalität der Pferde meinen, dann müssten auch amerikanische Flaggen zu sehen sein.

    Exakt. Habe mich diesbezüglich von Jörn Finger ebenfalls belehren lassen müssen. Es ist immer das Land des Besitzers angezeigt. Ob einem diese In meinen Augen etwas eigentümliche Kennzeichnung gefallen muss, steht auf einem anderen Blatt.

    Vielleicht kann man in Hamburg für den nächsten Renntag Gristow für die Vorbesprechung gewinnen.

    Der hat nach eigenem Bekunden auch keine so weite Anreise in den »Park«. Dann läuft's für die Wetter sicher besser. ;)


    Mal im Ernst: bei der Fülle der niederländischen Starter konnte es für mich persönlich heute kaum einen besseren Experten geben. Die Einschätzung im Rennen zuvor bei KIA ORA und JUNIOR KITE zum Beispiel war top.


    Auch die Auskunft zu GENERAL LEE war in meinen Augen exakt richtig: Er ist ein Dauerläufer. Und wenn Rob nicht bereits aus dem vorletzten Bogen losfährt und ORKAN VON HAITHABU unter Dauerdruck setzt, bekommt er den heute allein im Speed nicht zu fassen. Denn der war für mich nach dem letzten Laufen, das in meinen Augen ein deutlicher Ansatz war, und mit dem extra "eingeflogenen" Thorsten Tietz das zu schlagende Pferd.

    »Drei Stunden scheiße fühlen« - das können alle vergleichsweise richtig schreiben. Den Namen Uwe Küster bereits nicht mehr!

    Leute, wo sind wir gelandet?!


    Von mir kann vermutlich niemand behaupten, ich sei ein Küster- oder ein Gruber-Anhänger. Beiden bin ich persönlich - zumindest aus meiner Erinnerung - nie begegnet. Mit Marco Schindler verbindet mich maximal ein bisher einmaliges »Hallo« in den Katakomben der Galdbacher Rennbahn. Ich glaube also, vergleichsweise neutral zu sein.


    Man möge mir vorwerfen, dass ich gnadenlos »alte Schule« bin, aber - so sehr ich die Verärgerung über absolut indiskutable Sabotage an seinem und/oder Marco Schindlers Fahrzeug nachvollziehen kann -: die Ausführungen Uwe Küsters dazu gestern waren kontraproduktiv und gehören meines Erachtens nicht in einen solchen Talk.


    »Die Geister, die ich rief, ward ich nicht mehr los«. Küster muss sich - Goethes Zauberlehrling folgend - in meinen Augen zurecht den Anschuldigungen des Trabervolkes ob des vergleichsweise nebulösen Umgangs mit dem vermaledeiten Jackpot stellen.


    Für mich persönlich gehört aber auch - mit Verlaub - der öffentliche "schulmeisterhafte" Umgang Herrn Grubers mit Herrn Küster nicht hierher. Gleichwohl zeigt er aber gleichzeitig, warum der deutsche Trabrennsport bis ans Ende aller Tage nie unisono zusammen finden wird. Schade, dass die mittlerweise kleine Führungsriege des deutschen Trabrennsports offenbar nach wie vor vor allem übereinander, nicht aber miteinander spricht!

    Gruber Andreas : explizit keine Schuldzuweisung!


    Die positiven Erinnerungen an die gestrigen 65 Minuten verbinde ich vor allem mit Hans Sinnige, dessen Expertise ich über nahezu alles schätze, und Sven Bartels.

    Deren Enthusiasmus muss ich aber gleichwohl bremsen: Den Namen Heinz Wewering - »the one and only« - kennen in Deutschland mittlerweile leider weit weniger, als vo ihnen angenommen. Und die übrigen Vorschläge sind - zumindest partiell - auch schon von anderen, nicht wirklich "Dummen" umzusetzen versucht worden.