Mister 100 Prozent

  • Nachschau Berlin-Mariendorf, 06.10.2019


    Michael Nimczyk steigt viermal in den Sulky und gewinnt sämtliche Starts. Das einzige andere Profirennen geht an Hannu Voutilainen, während bei den Amateuren Carola Reckzeh und Anna Lisa Kunze glänzen.


    Zwei Pferde stachen deutlich heraus: Am Sonntag kam es in der Gewinnsummenklasse bis 22.000 Euro zu dem erwarteten Duell zwischen der von Michael Nimczyk gesteuerten Kiss Me Bo und ihrer Gegenspielerin Lucky Lady Blue, in deren Sulky Hannu Voutilainen Platz genommen hatte. Beide Stuten standen alleine schon von ihrer rund fünfzigprozentigen Erfolgsausbeute her glasklar über ihren sechs Konkurrenten – und die im Vorfeld gehegten hohen Erwartungen erwiesen sich tatsächlich nicht als leere Versprechungen, denn sie beherrschten das Geschehen über die gesamte Distanz. Erstaunlich war allerdings, wie klar Kiss Me Bo ihre Kontrahentin abblitzen ließ. Die Fünfjährige aus dem Besitz von Heinrich Riewe duldete Lucky Lady Blue auf der Startgeraden nur für einen kurzen Moment an der Spitze, übernahm dann sofort die Führung und stürmte in der Tagesbestzeit von 15,2/1.900m mit vier Längen Vorsprung über die Linie. Mit der identischen offensiven Taktik trumpfte der Goldhelm ebenfalls mit Stand up auf. Die Stute schoss in Windeseile nach vorne. Auf den letzten Metern musste der Deutsche Meister dennoch wachsam sein, denn die außen attackierende 73,9-Außenseiterin Flatrate AV (Michael Hönemann) erwischte einen vortrefflichen Tag und wurde unmittelbar vor dem Zielpfosten noch brandgefährlich. Die Braune unterlag nur mit einer Halslänge.


    Wesentlich unspektakulärer ging es beim dritten Tagessieg von Michael Nimczyk zu, denn der sofort nach vorne gegangene Izzys Newport konnte sich das Tempo in aller Seelenruhe einteilen, ohne dass seine Konkurrenten auch nur die geringsten Angriffsversuche unternehmen. Lediglich der zweitplatzierte Wildest Dreams (Manfred Zwiener) kam am Ende noch ein wenig dichter heran – zur ernsthaften Gefahr entwickelte sich der Verfolger aber nicht. Nur bei Michael Nimczyks abschließendem vierten Start, der – wie könnte es wohl anders sein – ebenfalls in einen Triumph mündete, kamen die Goldhelm-Fans ein wenig ins Schwitzen. Denn Fanny Hill war nach flottem Beginn im Anschluss lange Zeit an der Innenkante eingesperrt. Im Einlauf kam die Vierjährige aber rechtzeitig genug frei, um in 15,8/1.900m sicher zu gewinnen. Außer dem Deutschen Meister konnte nur ein einziger weiterer Profi punkten. Nämlich Hannu Voutilainen, der seinen Schützling Flying Blue mit einer Rekordverbesserung um fast zwei Sekunden auf 16,7/1.900m präsentierte. Der dreijährige Muscles Yankee-Sohn zeigte eine feine Leistungssteigerung und zog auf der Schlusshalben aus der dritten Position heraus geradezu spielerisch in Front. Er wurde bei seinem Vier-Längen-Sieg über Dreamer (Roman Matzky) in keinster Weise gefordert und wird mit Sicherheit noch von sich reden machen.


    Zwei Rennen waren den Amateuren vorbehalten. Den Auftakt machte die Gewinnsummenklasse bis 8.500 Euro und es gab einen faustdicken Paukenschlag, denn Carola Reckzeh trumpfte mit der 19,3-Außenseiterin Estrella AV vor der von Jytte Meincke gesteuerten Sisse Elmegard auf, die am Toto sogar beim 170-fachen Siegeinsatz rangierte. Bis Mitte der Gegenseite war von diesem Duett in dem weit auseinandergerissenen Feld zwar noch recht wenig zu sehen, denn an der Spitze hatte Colbert (Michael Hamann) ein zügiges Tempo vorgelegt. Doch als der Pilot auf der Zielgeraden von den Beinen geriet, stellte Estrella AV die Weichen umgehend auf Erfolg und streckte sich willig. Die zweite AF-Prüfung wurde als Wertungslauf zum Stamer-Cup ausgetragen. Anna-Lisa Kunze und Falco bewiesen einmal mehr, dass sie momentan ein nahezu unschlagbares Team bilden. Auf der langen 2.520-Meter-Strecke musste der für die Farben von Hans Sinnige laufende Wallach zwar einigen Rückstand auf die Spitze wettmachen. Er war aber auf dem Schlussdrittel das mit Abstand stärkste Pferd und trumpfte in 1:17,1 min. vor dem ebenfalls fein durchziehenden Panasonic Diamant (Lars Lüdtke) auf. Seine sechs Längen Vorsprung machten Falco zum überlegensten Sieger der Veranstaltung.


    Gesamtumsatz: 79.698,25 Euro – Bahnumsatz: 30.260,60 Euro – Außenumsatz: 49.437,65 Euro.


    Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 20. Oktober statt. Im sportlichen Mittelpunkt steht der mit 15.000 Euro Preisgeld dotierte vierte Lauf der Gold-Serie. Starterangabe ist am Montag, dem 14. Oktober. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@berlintrab.de.


  • Gratulation an Carola Reckzeh

    Ich finde man sollte besonders die hervorheben,für die ein Sieg noch was besonderes ist :)

    Super und weiter so! ^^

    Vielen Dank!! Das war ein passender Rennverlauf für uns Start-Schlafmützen;)


    Dieser Sieg ist auch wirklich ein ganz besonderer. Zum einen hätte mein Papa am Vortag seinen 76. Geburtstag gehabt. Und zum anderen gibt es einige Menschen, die sich ganz besonders um unser Engelchen kümmern. Ganz herzlichen Dank an Klausi & Nadine, Buggi und Lulle - ich denke immer beim Rausfahren an's Einbrechen;)

  • Der Sieg von Carola ist etwas ganz besonderes...das ist eine Mischung aus...


    * Tradition und Gegenwart

    * Begleitung eines Pferdelebens vom 1. Tag an...und davor...

    * Zuspruch aus dem Trottoforum

    * Emotionen und Eventualqouten

    * Favorit und Aussenseiter

    * Dabei sein ist alles und trotzdem gewinnen

    * setzt es fort, wenn Ihr möchtet


    Nur, Balboa, eines stimmt nicht ganz.

    Jeder Sieg, egal aus welcher Ecke man kommt...ist ein Hochgenuss, ein tiefes durchatmen und verschafft eine innere Ruhe und Lebensglück...frag bitte nach, egal in welchem Stall...jeder Sieg ist ein Fest...selbst Heinz Wewering in besten Jahrzehnten hat das nie anders gesehen...und das nehme ich ihm ab.


    Und heute...stimmt das mehr denn je.

  • In einem Punkt muss ich dir widersprechen Peter.

    Ich glaube schon, dass sich jeder über einen Sieg freut.

    Allerdings denke ich, dass sich ein kleiner Besitzer anders freut.

    Dort ist man das Gefühl nicht so gewohnt.

    Aber du hast schon recht.

    Der Sport hat so viele positive Facetten.

    Man muss sie nur sehen und spüren.