Nimczyk-Festspiele und zwei Sensationen

  • Nimczyk-Festspiele und zwei Sensationen


    Es passte alles an diesem Rennabend am Montag in Dinslaken, denn die auf das doppelte normale Niveau angehobenen Rennpreise hatten ihre Anziehungskraft nicht verfehlt und zehn gut und kopfstark besetzte Prüfungen schon im Vorfeld Laune gemacht. Die wurde durch die vor Ort weilenden Karnevalisten der 1. KG Königshardt noch verstärkt und erreichte für viele Traberfans schon im 1. Rennen ihren Höhepunkt.


    Viermal Michael Nimczyk


    Hannah Hazelaar, im Besitz der mehrere hundert Anteilseigner zählenden „Traber Parti“, landete den schon länger ersehnten Volltreffer und eröffnete gleichzeitig den überaus erfolgreichen Abend von Champion Michael Nimczyk. Start-Ziel duldete er mit der Stute keine Opposition und schickte keine Geringere als die Stutenderby-Dritte Jetway Fortuna auf die Verliererstraße. So ging es weiter, der Goldhelm leuchtete auch nach den ebenfalls mit recht früher Führung erzielten Nimczyk-Treffern durch Versace Diamant und im Hauptrennen Helios bei der Siegerehrung. Der Hamburger Gast absolvierte auf der 2.550 Meter-Distanz kaum mehr als einen besseren Spaziergang. Den gab es für den vierten Sieger des deutschen Abonnement-Champions zwar nicht, weil Quick Winner bei einem Angriff unterwegs auf Widerstand traf, aber auch aus der Verfolgerposition heraus war der Wallach bei seinem fünften Saisonerfolg letztlich konkurrenzlos.


    Tim Schwarma punktet doppelt


    Dass es nicht „fünf aus fünf“ wurden für Michael Nimczyk, lag an dem ebenfalls aus dem hohen Norden angereisten Gentleman As, der in einer durch hohe Pace und zahlreiche Positionskämpfe gekennzeichneten Partie mit Tim Schwarma zum Schluss alle Gegner, darunter wenig Gentleman-like auch den in der Zielgeraden schon nach vorn gegangenen und klar favorisierten Fast and Furious einsammelte. Gab es danach die Rekordquoten von 578:10 auf Sieg und mehr als 22.000:10 in der Dreierwette, war es bei Schwarmas erstem Tagestreffer in dieser Hinsicht ruhiger zugegangen. Joy Dragon ließ nach einem Zwischenspurt, der die 21:10-Favoritin zeitig an die Spitze führte, nichts mehr anbrennen.


    Dreimal Damenpower


    Die Amateure fanden ein breites Betätigungsfeld, aber gegen die geballte Kraft der Hobbyfahrerinnen hatte keiner der männlichen Konkurrenten ein Mittel. Zunächst war es Cathrin Nimczyk, die ihrem Bruder mit einer durchdachten Fahrt in nichts nachstand und mit Escudo in der ersten Abteilung des Drensteinfurt-Cups auch aus zweiter Startreihe nicht aufzuhalten war. Ex-Championesse Julia Knoch punktete mit dem in der Form seines Lebens laufenden zehnjährigen Wallach Kalisco, der bei seinem siebten Jahressieg nach flottem Beginn nur vorübergehend einem Gegner den Vortritt und im weiteren Verlauf nichts anbrennen ließ. Die zweite Abteilung des Drensteinfurts-Cups beschloss eine in jeder Hinsicht gelungene Rennveranstaltung unerwartet spektakulär. Im Vorfeld rechneten alle mit einem Erfolg der holden Weiblichkeit, der kaum mehr als Formsache sein sollte. Der haushohe Favorit Kissing Diamond, zum Geldwechselkurs von 10:10 angetreten, überraschte jedoch genauso wie zuvor sein Boxennachbar Gentleman As, allerdings in negativer Hinsicht. Nach einer Startgaloppade war das Rennen für ihn und Nicole Hildebrandt vorbei, bevor es überhaupt begonnen hatte. Die Gunst der Stunde schien Tom Karten zu nutzen, als er sich mit dem 407:10-Außenseiter Dont Worry TU aus zweiter Position zu Beginn der Zielgeraden im goldrichtigen Moment zum Schlussangriff bereitgemacht hatte und gegen Hitchka und Gaby Hendrixx ins Ziel rettete. Da die Rennleitung beim Spurwechsel jedoch eine Behinderung des Drittplatzierten Graf Bismarck ausgemacht hatte, wurde Dont Worry TU hinter diesen zurückgestuft und die Unbesiegbarkeit der Amazonen an diesem Abend hatte bestand. Eine Siegquote auf Hitchka gab es jedoch nicht. Aufgrund eines Irrtums am Nennungstag war die Stute kurzfristig ins Feld genommen worden und startete „ohne Wetten“, so dass der Anhang von Graf Bismarck am Toto 279 Euro für zehn Euro Einsatz abholen durfte.


    Ehrenretter Ruud Pools


    Dass die wie stets zahlreich und auch chancenreich vertretenen niederländischen Gäste gegen die wie entfesselt fahrenden Einheimischen nicht gänzlich leer ausgingen, war der Verdienst von Ruud Pools, der mit Goldrush H auch durch die Außenspur nicht aufzuhalten war. Einen Goldrausch hätte es auch in der V6-Wette gegeben, die jedoch fast erwartungsgemäß nach der Gentleman As-Sensation gar nicht getroffenen wurde, so dass ein Jackpot entstand, der bei der nächsten Veranstaltung am Dinslakener Bärenkamp, die an Allerheiligen, dem 1. November stattfindet, ausgespielt wird.