Kann "The Goop" den Stall Bazire stoppen?

  • Quinte+ Vincennes, 13.01.2020 13.50h


    Bevor sich Vincennes nach dem aufregenden Wochenende eine zweitägige Auszeit gönnt, startet die Edelpiste noch mit einem Renntag in die neue Woche. Der Wochenauftakt bietet viel "Normalkost" an, was aber nicht für die Köniswette gilt. Europäische Hengste und Wallache in einer Klasse bis 179.000 Euro werden angesprochen. Und auch die beiden Favoriten bringen die internationale Note zum Ausdruck. Druss De Guez (7) und Jean Michel Bazire wollen die Farben für Frankreich hochhalten, werden aber von Tellmeastory (12) und Björn Goop stark gefordert. Bazire hat in Rennen, die mit der Großwette gelaufen werden, in diesem Jahr ohnehin einen unglaublichen Lauf. Sieben Mal nahm der ehemalige Champion an der Quinte in der jungen Saison teil und holte fünf Siege und einen Ehrenplatz. Wenn er den unsicheren Druss De Guez um die Bahn bringt, wird dieser wohl auch weit vorne zu finden sein.


    Prix De Brionne / 13.50h / 43.000 Euro - 2.700m Bänderstart

    Zur Wettabgbe: https://www.trotto.de/rennen/T…ch/Vincennes/130120030101


    UPPOHOPPA (1) kam mit guter Form aus Schweden, hat die Erwartungen aber noch nicht erfüllen. Beim Debüt auf französischem Boden hat sie sich mit viel Speed auf das Treppchen gelaufen. Das reichte um Diablo D´Herfraie in Schach zu halten, aber nicht um die leichte Siegerin Whole Lotta Love zu gefährden. Zum Jahresabschluss, was auch gleichzeitig der erste Bänderstart in Frankreich war, konnte der Hengst keine fünf Meter im Trab absolvieren. Schon beim Eindrehen gab es Schwierigkeiten. Das Problem muss Matthieu Abrivard heute besser lösen.


    Auch als Achter lief EARLY DREAM (2) am 24. Dezember seine ordentliche Form aus. Der schwache Start des Royal Dream-Sohns brachte ihn aber die rote Laterne ein. Diese konnte er erst im Laufe des Rennens abgeben. Der Weg nach vorne war dann aber zu weit und es reichte nicht mehr für eine Prämie. Drei Wochen zuvor war er auch nicht besonders schnell vom Start. Das Feld war aber wesentlich kleiner und der Einsatz auf dem letzten Kilometer sehr viel stärker. Seine Grenze scheint aber um die 14,5 zu liegen, was hier eventuell nur für einen kleinen Platz in der Quinte reicht.


    MR PERFECT (3) verdient in Schweden lediglich im Tagesgeschäft sein Geld, wobei es schon zwei Jahre nicht mehr für einen Sieg reichte. Daran wird sich heute sicher auch nichts ändern. Selbst ein Geld steht in Frage.

    Philippe Daugeard hat sein relativ kleines Quartier weiter gut in Schuss. Aber ausgerechnet der letzte Jahresstarter landete am Turm. Nach dem zuvor erzielten Hattrick von WHOLE LOTTA LOVE (4) hatte sich der Trainer sicher mehr ausgemalt, aber schon am Start hob der Wallach ab. Eröffnet wurde die kleine Serie mit einem starken Sieg in der Quinte über die kleine Bahn, wobei auch ein neuer Rekord erzielt wurde. Auch am 08. Dezember war er in Bordeaux nicht zu boxen und spielte mit seinem Speed mit den Gegnern.


    Im Stall von Herve Sionneau ist es etwas ruhiger geworden, was die Form angeht. Aber DESIR DE BANNES (5) sorgt zumindest früh kleine Lichtblicke. Am 11. Dezember sprintete er leicht an Diablo D´Herfraie vorbei auf den Ehrenplatz. Über die Mitteldistanz war dabei auch noch ein neuer Rekord fällig. Im Referenzrennen vom 31. Dezember trat der Wallach viel zu schwach ein und lag sofort am Ende des Feldes. Aber sein Trainer, Fahrer und Besitzer fand in der dritten Spur den richtigen Rücken und arbeitete sich bis zur Entscheidung immer besser in Position. Als Sionneau den 7jährigen laufen ließ, war er sofort das schnellste Pferd im Einlauf. Das reichte aber nur zum fünften Geld. Er könnte als Außenseiter einiges durcheinander bringen.


    Mit nur einem Start nach der langen Pause ist EVEIL DU CHATELET (6) keineswegs auf dem Weg wieder in Normalform angekommen zu sein. Noch dazu hat der Wallach im Trabreiten seine eigentliche Stärke.


    Drei Ausfälle in Folge von DRUSS DE GEUZ (7) waren zu viel für den Trainer Jean Michel Bazire. Immerhin hat sich der unsichere Wallach am 11. Dezember bis zum Fehler in guter Manier angekündigt. Aber auf dem Weg in den letzten Bogen stieg er wieder unvermittelt aus dem Rennen aus. Aber auch als Disqualifizierter machte er noch eine gute Figur mit viel Zug den Einlauf herunter. Läuferisch musste man dem 7jährigen aber schon immer einiges zutrauen, was er dann am Silvestertag auch abrufen konnte. Bazire scheute ab dem 1000m-Pfosten auch nicht den Weg durch die Todesspur und siegte am Ende spielerisch leicht. Als hätte es die zahlreichen Ausfälle in dieser Saison nie gegeben. Mit 15,3 musste er aber nicht ans Limit gehen. So oder so wird der ehemalige Champion sicherlich auf das Favoritenschild gehoben. Sein Stall ist ohnehin gerade in Form, aber ihm selber gelingt derzeit wieder einmal alles.


    J.H. MANNERHEIM (8) hat sich in immer steigenden Aufgaben in Schweden auch selber weiter entwickelt und gewann Ende November sicher in Färjestad. Mit der Silberdivision nahm er auch die nächste Hürde als Zweiter gut genug an und qualifizierte sich für das Finale. Dort musste Johann Untersteiner dann schon viel zu viel investieren um überhaupt in die Todesspur zu kommen. Das konnte nicht gut gehen und im Einlauf ging der From Above-Sohn unter und wurde Letzter. Für heute wurde mit Gaby Gelormini einer der Top-Piloten gebucht. Eine Rolle in der Quinte ist nicht ausgeschlossen.


    VERY KRONOS (9) kam Anfang Oktober mit guter Form aus Schweden und hat über die Mitteldistanz seine Anhänger gefunden, auch wenn es eine Pause von zwei Monaten zu überwinden gab. Aber der Ready Cash-Sohn hielt nichts von dem entgegen gesetzten Vertrauen. Aus der zweiten Startreihe wurde er von Erik Adielsson auf der Gegenseite zum Angriff befördert. Erst verbesserte er auch ein paar Positionen, aber im Schlussbogen ging es nicht mehr weiter. Der Rückzug wurde angetreten und es ging ohne Geld heim. Mit dem Rennen mehr im Bauch muss man beim zweiten Jahresstart mit mehr Einsatz rechnen.


    Der dritte Rang von PARTIZAN FACE (10) in Bordeaux war für die aktuelle Form des Stalles Kolgjini schon ein Aufwärtstrend, was die Starts in Frankreich betrifft. Allerdings war die Erwartungshaltung wohl vor dem Rennen etwas größer. Der Wallach kam zwar unplatziert aus Schweden zurück, hatte dort aber gute Gegner getroffen. Dementsprechend trat er in der Provinz als Favorit an und wurde sehr offensiv vorgestellt. Den Sieger konnte er dabei lange nicht in Verlegenheit bringen. Den Ehrenplatz gab er aber erst nach Kampf her.


    Anfang des Jahres hat ECUREUIL JENILOU (11) noch einen Treffer in Vincennes erzielen können. Danach gab es aber wenig zu feiern. Vor allem wenn der Wallach wie heute die Schuhe anbehält, gab es keine brauchbaren Ergebnisse. Auch wenn Eric Raffin in der Regel nicht zum Sparzierenfahren gebucht wird, sollte man mit ein wenig Risiko auf den 6jährigen verzichten.


    Ohne Frage gehört TELLMESTORY (12) zu den Favoriten der Prüfung. Der Zola Boko-Sohn aus dem Stall Goop hat zu Weihnachten in derselben Kategorie sehr viel mehr Klasse angetroffen und musste im letzten Bogen alleine durch die dritte Spur. Dennoch zog er voll durch und unterlag dem Sieger nur hauchdünn. Damit hat er seine vorherigen Leistungen in den Schatten gestellt. Eine weitere Form dieser Qualität und der 8jährige ist nicht vom Podest zu verdrängen.


    Nach seinem Quinte-Sieg im Sommer hat sich DINO DU RILER (13) erst einmal von einer derart guten Vorstellung verabschiedet. Mit Beginn des Wintermeetings hat sich die Form aber wieder langsam verbessert. Zum Einstieg gab es noch zwei rote Karten, aber im Dezember schon wieder zwei Gelder in der Zentrale. Für den 25. Dezember hat er sich zwar ein Stück hinter den Erstplatzierten eingefunden, aber als Vierter hat er den Kampf aus dem Feld gewonnen. Wenn er sich weiterhin so steigert, ist er sicherlich unter den ersten Fünf zu finden.


    Der Gran Premio Delle Nazioni war für VOLNIK DU KRAS (14) nach einem Fehler nicht mehr zu bewältigen, aber sein vorerst letztes Rennen in der Heimat Italien erledigte er recht sicher. Allessandro Gocciadoro sah somit auch Chancen für den Varenne-Sohn in Frankreich Geld zu verdienen. Beim ersten Versuch schickte Catchdriver Gaby Gelormini ihn gleich mit viel Einsatz an die Spitze. Das er im Ziel als sechster geführt wurde, war nicht wirklich als schwache Leistung anzusehen, schließlich passierte er den Pfosten in guten 12,3. Der Jahresauftakt mit Pipo Gubellini verlief nicht sonderlich vielversprechend. Am Start war der Hengst nicht auf den Beinen zu halten. Nun versucht der Trainer seinen Schützling besser zu präsentieren.


    Zu Beginn des letzten Wintermeetings hat CABERNET (15) mit der Hilfe von Jean Michel Bazire zwei tolle Rennen bestritten und den zweiten Start sogar in sehr guter Manier gewinnen können. Seitdem waren die beiden aber nicht mehr vereint und die vielen Starts der Vorsaison waren unterirdisch. Es gab alleine eine ganze Reihe von roten Karten. Darunter auch die vom 20. Oktober in Le Mans, die durch die unaufmerksame Fahrweise von Pierre Edouard Mary sogar zum Sturz führte. Für den letzten Start des Jahres hat der Trainer aber wohl die richtigen Knöpfe gefunden. Von weit hinten nahm er seinen Schützling noch weiter nach außen. Es dauerte einen Moment bis der Prince Gede-Sohn auf Zug kam, aber dann wurde er gewaltig schnell. Der vierte Rang war mehr als ein Ansatz. Ein anderer Fahrer würde ihm aber gut tun.


    DIABLO D´HERFRAIE (16) war schon in Cabourg der Gewinnreichste der Partie. Mit Eisen, Zulage, Nachwuchshand und wenig Ambitionen war der neunte Platz schon das Optimum. Offenbar wurde im Quartier schon länger auf den heutigen Start hingearbeitet. Die Eisen kommen heute natürlich runter und David Thomain kehrt in den Sulky zurück. In dieser Konstellation trat das Duo auch schon Mitte Dezember an. Über die Mitteldistanz machte Tomain kurz vor dem Schlussbogen ernst und übernahm mit viel Speed das Kommando. Der Angriff konnte aber nicht bis ins Ziel durchgestanden werden und so wurde der Wallach als Dritter auch von Desir De Bannes überlaufen. Heute stehen die Vorzeichen über den langen Weg aber wieder anders.



    Tipp:


    TELLMESTORY (12)

    DRUSS DE GEUZ (7)

    VOLNIK DU KRAS (14)

    DIABLO D´HERFRAIE (16)

    WHOLE LOTTA LOVE (4)


    Für die Kombinationen: DINO DU RILER (13) - J.H. MANNERHEIM (8)

  • Was mir schon seit einiger Zeit aufgefallen ist: Die Kamera die das Rennen im Einlauf zeigt, scheint versetzt worden zu sein. Früher hätte die 11 im 3. Rennen

    fast eine halbe Länge Vorsprung gehabt. Heute sind die Abstände genauso wie beim Live-Einlauf. Also kein "Vorteil" mehr für außen.