Rückblick auf 2019

  • Die Fakten des abgelaufenen Rennjahres 2019:


    -      Der Negativtrend hat sich ungebremst fortgesetzt. Alle Bereiche des Sports sind betroffen. Die negative Entwicklung bei den Züchtern, Besitzern, Profis, dem Startpferde- und Zuchtpferdebestand wie auch bei den Fohlengeburten und Bedeckungen hat sich teilweise sogar nochmals verstärkt Am traurigsten ist dabei der Rückgang bei den Zuchtpferden der noch deutlich dramatischer ist als bei den Startpferden.

    -      Von 8 regelmäßig veranstaltenden RV hat im Jahr 2019 1 RV (München Daglfing) sowohl bei den Bahnumsätzen als auch beim Außenumsatz um mehr als 20% gegenüber dem Vorjahr zulegen können. 4 weitere RV konnten den Gesamtumsatz im niedrigen 1 stelligen Prozentbereich steigern, während die Bahnumsätze bei 5 RV deutlich rückläufig waren. Wobei die Rückgänge im mittleren 1 stelligen bis zum niedrigen 2 stelligen prozentualen Bereich lagen. Die RV Hamburg und Straubing hatten dabei die stärksten Rückgänge zu verzeichnen. Zu beachten ist dabei das sich alle Angaben auf die Umsätze pro Rennen beziehen und nicht etwa auf die Gesamtumsätze.

    -      Die bestgezogenen deutschen Jährlinge werden seit Jahren ins benachbarte Ausland verkauft und den deutschen Züchtern entgehen, selbst wenn diese Pferde ausgesprochen erfolgreich sind, die Züchterprämien. Einige dieser Pferde kehren allerdings zur großen Freude unseres Dachverbandes und der veranstaltenden RV (suggeriert es doch die Internationalität des deutschen Sports) zu Kurzauftritten in ihr Geburtsland zurück um hier die großen Jahrgangsrennen wie u.a. das Derby zu gewinnen. Das wirkt natürlich auf die wenigen Besitzer, die als ungebrochene Optimisten nach wie vor von einem Derbysieg träumen und den größten Anteil der Einsätze dieser Rennen stemmen, extrem motivierend ;). Offenbar gilt für diese Optimisten immer noch das olympische Motto „dabei sein ist alles“.

    -      Ein Blick in den TRK zeigt dass der Handel in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist und ca. 20 % aller gehandelten Pferde ins Ausland verkauft werden. Die Preise sowohl für Startpferde als auch für Zucht- und Nachwuchspferde die auf dem Marktplatz des HVT angeboten werden lassen sich nur noch als „unterirdisch“ bezeichnen.

    -      Meine Voraussagen und Warnungen die ich in den letzten Jahren zur Entwicklung des Sports ausgesprochen hatte, haben sich bestätigt und meine Prognosen sind mittlerweile zum größten Teil Realität. geworden.


    Insofern stellt sich mir erneut die Frage aufgrund welcher Voraussetzungen es noch eines staatlich anerkannten Zuchtverbandes namens HVT bedarf wenn sich der Gesamtbestand an Zuchtpferden auf ca. 350 Pferde reduziert hat. Was veranlasst einen Zuchtverband der von Staats wegen zur Zuchtförderung für die von ihm gem.§ 4 der Satzung vertretenen Rasse „Deutscher Traber“ verpflichtet ist, Werbung für den Kauf französischer Traber zu machen und dadurch die ohnehin kaum noch vorhandenen Kaufinteressenten an die französischen Züchter zu verweisen und dadurch den eigenen Züchtern diese Käufer zu entziehen? Dient es der Zuchtförderung des „Deutschen Trabers“ wenn einzig zum Zwecke der Wettvermarktung durch die französische Vermarktungsgesellschaft PMU französische Pferde (vornehmlich Kastraten) eingeführt werden die mehrheitlich drittklassig und für das französische Rennsystem ungeeignet sind? Ist es Zweck eines angeblichen Zuchtverbandes sich vornehmlich der Vermarktung des Wettgeschäfts für die Leistungsprüfungen zu widmen?


    Zwar gehörte der Import von Pferden aus anderen Ländern seit Gründung der deutschen Traberzucht zur Normalität. Nur in früheren Zeiten dienten diese Importe zur Verbesserung der deutschen Zucht, d.h. es wurden Zuchthengste und Stuten von allerhöchster Qualität zumeist aus den USA oder Frankreich eingeführt und es gab gute Gründe dafür das man keine Wallache einführte. Es gab auch Zeiten als die Zuchtrennen diesen Namen noch verdienten – sie sollten der Zuchtauslese dienen (d.h. die Spreu vom Weizen trennen) und somit waren Wallache von der Teilnahme ausgeschlossen. Das ist meines Wissens in den heute noch erfolgreichen Trabernationen bis heute nicht anders!


    Wohin uns die ach so moderne und weitsichtige Strategie unseres Zuchtverbandes HVT, der ja gem. Satzung für die Durchführung und Genehmigung der Rennen und Rennserien verantwortlich zeichnet, geführt hat zeigt die Realität mehr als deutlich. Auch die vermeintliche Anpassung an die „Moderne“ durch die Namensgebung von Rennen und Rennserien die Internationalität suggerieren sollen wie „Breeders Crown“, „Trophy“ etc. hat weder zur Verbesserung beigetragen, noch können die internationalen Namen darüber hinwegtäuschen das diese Rennen nicht einmal ansatzweise mit dem Niveau der namensgleichen Rennen (z.B. Breeders Crown) in Schweden oder den USA vergleichbar sind. Einen wirklichen Anreiz zum Züchten und somit eine Art der Zuchtförderung scheinen sie auch nicht zu sein da die Fohlengeburten seit vielen Jahren kontinuierlich rückläufig sind und viele Züchter ihre Nachkommen für die schwedische Breeders Crown eintragen lassen.


    Das die „Trauben“ in Skandinavien und Frankreich deutlich höher hängen als hierzulande war gerade in den letzten Jahren deutlich ersichtlich. Sowohl Pferde als auch Fahrer die hierzulande zu den Besten gehören und oftmals Seriensieger sind, können sich meist glücklich schätzen wenn sie dort (selbst in der sog. Tagesklasse und in der Provinz) unter den ersten Dreien ins Ziel kommen.


    Ein „back to the roots“ wäre m.E. der einzige Weg das Überleben dieses Sports mittelfristig zu sichern. Weg vom Profisport, hin zum reinen Hobby! Wenn der Sport nur noch von denjenigen betrieben würde die ihn mit Leidenschaft und Enthusiasmus betreiben und für die das Pferd und ein fairer Wettkampf im Vordergrund stehen, wäre nicht nur dem Sport sondern auch den Pferden und Menschen damit gedient. Wenn weder die finanziellen Möglichkeiten noch die Künste der „fähigsten“ Veterinäre, die mit den Mitteln der pharmazeutischen Industrie die physikalischen Grenzen eines Lebewesens zumindest kurzfristig außer Kraft setzen, über Sieg und Niederlage entscheiden, werden sich auch wieder mehr Menschen für den Sport interessieren. Dann hätte der Sport auch wieder eine Chance auf Öffentlichkeit und Sponsoren.


    Aus rein ökonomischer Sicht kann ich den Sinn der seit Jahren defizitären Veranstaltungen bei allen RV auch nicht erkennen. Auch wenn es von den meisten Beteiligten offenbar verdrängt wird ist es unbestreitbar das die wenigen RV die letzten 10 Jahre lediglich durch potente Geldgeber (Gott erhalte ihnen ihre Gesundheit) und artfremde Einnahmen (Vermietungen, Flohmärkte, Konzerte etc.) mehr schlecht als Recht überlebt haben. Wenn selbst die Vermarktung über die PMU und die massive Erhöhung der Rennpreise keinen Aufschwung und noch nicht einmal den Stopp des Abwärtstrends bewirkt haben frage ich mich schon worin der Sinn dieser Strategie liegt. Die Wettumsätze – und hier vor allem die Außenumsätze- zum Maß aller Dinge zu erklären war und ist nach meiner Meinung seit mindestens 10 Jahren der falsche Ansatz. Denn die entscheidende betriebswirtschaftliche Größe für den Erfolg eines Unternehmens ist nicht der Umsatz sondern der Gewinn! Durch die Zuschüsse der PMU lassen sich zwar die Verluste für die jeweiligen Renntage minimieren, ob sich damit aber der Mehraufwand und die zusätzlichen Kosten für z.B. Mittagsveranstaltungen auffangen laßt wage ich zu bezweifeln.


    Wie es anders geht zeigen die diversen C-Bahn Veranstaltungen die in jedem Jahr von den wirklichen „Überzeugungstätern“ organisiert werden und die sich allesamt nicht über mangelndes Zuschauer- und Sponsoreninteresse oder mangelndes Interesse der lokalen Medien beklagen können.


    Weniger ist mehr und im Anbetracht des noch vorhandenen Startpferdebestandes und der Altersstruktur bei den Aktiven wird es so oder so darauf hinauslaufen.

  • Den Rückblick von Annelen Schlatermund kann man sicherlich bezogen auf die letzten Jahre (fast Jahrzehnte) in wesentlichen Aussagen übertragen.

    Das ist die traurige Realität.


    Das Bild der Traber aus Frankreich sehe ich etwas positiver, denn diese dienen nicht einer Optimierung, sondern als Rettungsanker des Startpferdemangels.

    Ansatzweise scheint das auch zu funktionieren, ob deshalb in Deutschland das Zucht- und Verkaufsgeschäft leidet, kann ich nicht bewerten.


    Mir gefällt es sehr, wenn jemand sich die Mühe gibt einen sachlichen Rückblick zu veröffentlichen.

  • Ich denke die Käuferklientel für Jährlinge ist nicht vergleichbar mit Käufern von normal talentierten TF.

    Ich vergleiche es mit einem Neuwagen und einem älteren, preisgünstigen Gebrauchten.

    Das sind komplett unterschiedliche Käufer, daher sehe ich da auch keine Konkurrenz. Anders würde es aussehen, wenn Mommert, Jauss, Stall Antonshof oder Gerrits hochklassig gezogene TF Jährlinge kaufen würden.

    Auch in den guten Zeiten gab es viele Besitzer, die nur fertige Pferde gekauft haben und den sehr langen Weg mit Jährlingen nicht gehen wollten.

  • Seit Fr.Schlatermund nicht mehr züchtet und keine aktiven Traber mehr startet, verbreitet sie ihre negativen Eindrücke hier im Forum.

    Sie hat alles vorrausgesagt und fühlt sich bestätigt. Wie schön für sie.

    Zu den TF Rennen:

    Die PMU unterstützt durch ihre Rennpreise den hiesigen TRS jedes Jahr um mehr als eine Million.

    Eine Bedingung der PMU: Sie verlangt, um sich bei ihren französischen Züchtern zu rechtfertigen, die Abhaltung von TF Rennen. Dafür mussten F Traber eingeführt werden. Das war nicht verhandelbar. Inzwischen hat sich das sportliche Niveau dieser Rennen sagen wir,normalisiert. Abzulesen ist dies auch an den Umsätzen dieser Rennen.

    Unsere Zucht hat sich verkleinert, aber verfeinert. Übriggeblieben sind die Züchter nicht die Pferdevermehrer.

    Regional wurden sicherlich Fehler begangen die kaum mehr rückgängig gemacht werden können. Man hat hier teilweise die Basis verloren und die Trainer.

    In Bayern haben wir sicherlich vieles gut gemacht.

    Wir haben hier gute Stimmung, fast genug Startpferde und Berufstrainer die von ihrer Arbeit leben können.

    MD hatte vergangenes Jahr höhere Umsätze und bedeutend mehr Besucher.

    Wir hatten gut dotierte Rennen und eine Amateur EM für die der Verein von allen Teilnehmern gelobt wurde. Die Stimmung bei dieser EM war bei den zahlreichen Besuchern und den Aktiven bestens.

    Straubing schrieb 2019 wieder schwarze Zahlen. Die Rennpreise waren auch durch die PMU Rennen wieder besser.

    Der MTZV wird 2020 vorrausichtlich mehr Werbe und Sponsoren Einnahmen erzielen wie 2019.

    Wenn wir vom MTZV auch nicht mit den Rennterminen für 2020 zufrieden sind,sehen wir doch optimistisch in das neue Rennjahr.

    Bei uns ist das Glas nicht halbleer sondern halbvoll.

    In diesem Sinn freuen wir uns hier alle auf guten Rennsport und weiterhin gute Stimmung.

  • Hallo Herr Sporer,


    wenn jemand die Situation des TRS treffend beschreibt, ist er in ihren Augen der Miesmacher?

    Welcher Verein erzielt bei den Rennveranstaltungen Gewinne?

    Warum werden viele Renntage wegen Startermangel abgesagt? Warum gibt es immer weniger Besitzer und Züchter?

    Werden nur noch Spitzentraber gezogen?

    Ich war im Frühjahr 2019 in München, wollte mir Orlando Jet ansehen, bestes Wetter und gefühlte 500 Besucher.

    Eine Infrastruktur die erbärmlich ist, ein Winnercirkel mit abgewetzten Gummimatten und 30 Zuschauern.

    Noch Fragen?

    Dinslaken, Mönchengladbach, Hamburg und München sind bald Geschichte.

    Wieviel der 3% Wettumsatz in F werden als Rennpreis ausgeschüttet, wo bleibt der Rest?

  • Frau Schlatermund,

    Lassen sie sich nicht mundtot machen, ihre Beiträge sind Goldwert.

    Alles zutreffend und genau beschrieben, die wachen hier erst auf wenn der Laden zugeschlossen wird.

    Hauptsache zum Amerique sind viele Funktionäre in Paris.

  • - Die bestgezogenen deutschen Jährlinge werden seit Jahren ins benachbarte Ausland verkauft und den deutschen Züchtern entgehen, selbst wenn diese Pferde ausgesprochen erfolgreich sind, die Züchterprämien. Einige dieser Pferde kehren allerdings zur großen Freude unseres Dachverbandes und der veranstaltenden RV (suggeriert es doch die Internationalität des deutschen Sports) zu Kurzauftritten in ihr Geburtsland zurück um hier die großen Jahrgangsrennen wie u.a. das Derby zu gewinnen. Das wirkt natürlich auf die wenigen Besitzer, die als ungebrochene Optimisten nach wie vor von einem Derbysieg träumen und den größten Anteil der Einsätze dieser Rennen stemmen, extrem motivierend ;). Offenbar gilt für diese Optimisten immer noch das olympische Motto „dabei sein ist alles“. -


    Den Vortrag wurde hier oben gelobt mit "treffender konntest du es nicht beschreiben. Alles komplett richtig". Ich sehe das nicht so, Es ist meiner Meinung nach viel zu negativ, nicht konstruktiv und teilweise unwahr. Es stimmt zB nicht das die bestgezogenen deutschen Jährlinge seit Jahren ins benachbarte Ausland verkauft werden und die deutschen Züchtern entgehen. Im Gegenteil: viele Hollaendische Zuechter zuechten Deutsch und bringen ihre Pferde in Berlin auf der Auktion. Da werden jedes Jahr die meiste Pferde verkauft an Deutsche Besitzer, auch die teuere (lese: die best gezogene) Jaehrlinge. Die paar die mit nach Holland gehen (ich schaetze das es von die 80 bis 100 Pferde im Jahr maximal 15 sind) starten ueberwiegend in Deutschland und ihre Besitzer sparen dabei nicht auf die Zahl der Nennungen. Die Zuechter wird daher kaum eine Zuchtpraemie entgehen. Diese Zahlen und Fakten bedeuten auch das die Chance das ein Deutscher Besitzer mit sein Pferd im Deutschen Training mindestens die gleiche Chance hat das Derby zu gewinnen.


    Die Hoffnung das der Deutsche TRS bald als Hobbysport weiter gehen soll damit alles wieder von unten neu augebaut werden kann teile ich auch nicht. Das waehre grausam.

  • Hallo Frau Schlatermund.

    Gerne beziehe ich zu Ihren Ausführungen Stellung und ergänze sie um meine Sichtweise. Zum Status im TRS sind wir nicht weit auseinander. Bei der Feststellung der Verantwortlichkeiten hierfür und den Weg aus der Krise schon.

    Hier im Forum lesen nicht nur Fachleute mit. Daher wäre es grundsätzlich gut wenn sie die Quellen um die Fakten für das abgelaufene Rennjahr 2019 mit aufzeigen (Bahnumsätze, Fohlengeburten etc.)


    Der HVT bekommt, teilweise zu Recht, Ihren schmäh ab. Die Kritik, dass die bestgezogenen deutschen Jährlinge ins Ausland verkauft werden kann ich nur beschränkt teilen. Sollen Ihrer Meinung nach diese Pferde seitens der Züchter nicht ins Ausland verkauft werden? Sollen diese auf gute Preise verzichten, nur weil ihnen Züchterprämien entgehen? Sicher kann seitens des HVT darauf hingewirkt werden, dass auf europäischer Ebene hier eine Veränderung eintritt. Aber wie ist es mit Gewinnen ausländischer Pferde in Deutschland? Werden diese Züchterprämien hier nicht auch einbehalten?


    Sie merken kritisch an, dass im Auslandsbesitz befindliche deutsche Pferde zu kurzauftritten nach D zurückkommen um hier hochdotierte Rennen zu gewinnen. Das wäre dadurch zu vermeiden, dass dauerhaft ausgeführte Pferde aus dem Zuchtbuch gestrichen sind, und somit die ausschreibungskonforme Startberechtigung verlieren. Ist das Ihre Lösung?


    Sie kritisieren die Preisentwicklung sowohl bei Start- als auch für Zucht- und Nachwuchspferde als unterirdisch. Ich räume ein dass diese niedrig sind. Das gilt nicht nur auf dem Marktplatz des HVT! Aber: Wir haben in Deutschland aus gutem Grund eine Marktwirtschaft. Da bildet sich ein Preis durch Angebot und Nachfrage. Und das ist gut so.

    Ich halte Ihnen zu Gute dass Sie sich mit dem Eintreffen Ihrer Vorhersagen der letzten Jahre zur Entwicklung des Sports nicht selbstzufrieden zurücklehnen. Aber: Als ehemalige Züchterin und Besitzerin hatten Sie Einfluss. Und wer Einfluss hat ist für die entstandene Situation mitverantwortlich.


    Auch aus meiner Sicht ist die Rolle des HVT in der heutigen Zeit zu hinterfragen. Hier und an dieser Stelle wäre es der gefühlt 30. Aufguss. Träger des HVT sind nach Ausscheiden der meisten Rennvereine die Züchter. Diese, und nur diese, können eine Satzungsänderung und Neuverteilung der Aufgaben angehen. Da dies nicht geschieht ist aus Sicht der Zuchtorganisation offensichtlich alles in Ordnung und die Züchter sind zufrieden. Ob das Dritten gefällt oder nicht!


    Sie kritisieren die Einfuhr von TF Pferden für den deutschen Trabrennsport. Das hat auch nach meiner Auffassung nichts mit Zucht und deren Verbesserung zu tun. Die Einfuhr von TF-Pferden ist Teil des Deals mit der PMU. Keine TF-Pferde = keine PMU-Zuschüsse. Besitzer von TF-Pferden können ggf. bei Beendigung des PMU-Engagements ihre Pferde ja wieder zurück nach Frankreich verkaufen.


    Bei der Forderung nach „Back tot he roots“ kommt mein Gedankenkarussell richtig auf Touren. Back to the roots = zurück zu den Wurzeln; Wurzeln = Wotteln (platt), Wotteln = Möhren!

    Im Zusammenhang mit Ihrer anschließenden Annahme dass TRS zukünftig nur als reiner Amateursport überleben kann drängt sich mir auf, dass es als Rennpreis dann einen Sack Möhren gibt. Das ist weltfremd! Auch für große Besitzer ist Trabrennsport doch längst ein Hobby geworden. Sehen Sie sich die erzielten Rennpreise an und ziehen Sie davon die Kosten ab. Für geschätzt 99 % der startenden Pferde und deren Besitzer ein Verlustgeschäft und damit reine Liebhaberei. Den Besitz eines Trabers mit Gewinnerwartung zu verknüpfen unterstellt doch noch nicht einmal mehr das Finanzamt!


    Unlauter sind Ihre Ausführungen zu wohlhabenden Besitzern und gedopten Startpferden.

    Wenn weder die finanziellen Möglichkeiten noch die Künste der „fähigsten“ Veterinäre, die mit den Mitteln der pharmazeutischen Industrie die physikalischen Grenzen eines Lebewesens zumindest kurzfristig außer Kraft setzen, über Sieg und Niederlage entscheiden, werden sich auch wieder mehr Menschen für den Sport interessieren.Wenn Sie für unrechtmäßige Unterstützung Beweise haben führen Sie die bitte auch an!


    Sie vermuten hinter der Umwidmung des TRS von Profi- zum Hobbysport ein gesteigertes Interesse der Öffentlichkeit und des Sponsoring. In welcher Sportart hat das schon mal geklappt? Helfen Sie mir auf die Sprünge?


    Die Ausführungen zu den ökonomischen Gegebenheiten verwirren nun vollends. Regelmäßig veranstaltende Rennvereine sind als Körperschaft Idioten weil sie trotz Verlusten weiter Rennveranstaltungen anbieten? Außenumsätze sind der falsche Ansatz? Also lieber darauf verzichten? Lieber kein Aussenumsatz zur Kostendeckung? Mit Verlaub: Das ist weltfremd. Seit es die Möglichkeit der Internet-Pferdewette gibt nimmt der Bahnumsatz ab. Kein Besucher kommt zusätzlich zur Rennbahn wenn er nicht ein persönliches Interesse an dem Besuch hat. Und daran wird sich auch nichts ändern. Gehen Sie mal in Frankreich oder Schweden auf die Bahn: Außer bei Events gähnende Leere. Umsatz fast ausschließlich über Außenwetten.


    Dann loben Sie die C-Bahn-Veranstaltungen. Da wird viel Engagement gezeigt, korrekt. Da werden Gewinne erzielt, korrekt. Da gibt es hohes Zuschauerinteresse, korrekt. Da gibt es regionales mediales Interesse, korrekt.

    Was Sie übersehen: Diese Veranstaltungen sind regionale Events. Diese Veranstaltungen sind eingebettet in einen regionalen Rahmen.

    Beispiel: Die Duhner Wattrennen finden zur Hauptreisesaison statt. Sie sind damit auch ein Angebot an Urlauber an einem Tag mal „Aktion“ zu erleben. Abhängig ist die Veranstaltung von Ebbe und Flut, also von den Gezeiten. Die Gezeiten sind nicht zu verwechseln mit den Jahreszeiten. Wenn also C-Bahn-Rennen so toll sind, warum veranstaltet Duhnen dann nicht im Winter? Da gibt es auch Ebbe und Flut! Muss also einen anderen Grund geben…

    Für die „Duhner“: Der Vergleich hat Sie nur zufällig getroffen. Ich habe große Achtung vor Ihrem Engagement!


    Soweit meine Ergänzungen. Sicherlich habe ich mit meiner Sicht auch nicht in allen Dingen Recht. Aber dafür können wir uns hier ja gesittet austauschen.

    Ihnen eine gute Zeit.

    Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.

    Friedrich Hegel *1770

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