Buchmachersteuer-Rückerstattung gesetzlich neu geregelt

  • Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen
    Buchmachersteuer-Rückerstattung ist nun durch!
    Bundesrat billigt Änderung des Rennwett-Gesetzes – Schachtner: „Tag der Freude!“

    (trab-sr). Die Buchmachersteuer-Rückerstattung für die deutschen Pferderennvereine wird im Sinne der Rennveranstalter neu geregelt. Am heutigen Freitag stimmte der Bundesrat der Änderung des Rennwett- und Lotteriegesetzes zu. Der Bundestag hat bereits im Oktober der Novelle zugestimmt. Damit tritt die Neuregelung, für die von Seiten der deutschen Trab- und Galopprennvereine seit 2012 gekämpft wird, zum 1. Januar 2020 in Kraft. Dann erhalten deutsche Pferderennvereine auch dann Teile der Buchmachersteuer rückerstattet, wenn Buchmacher mit Sitz im Ausland auf die in Deutschland veranstalteten Pferderennen Buchmacherwetten annehmen.

    „Seit 2012 habe ich für das heutige Ergebnis gekämpft. Insofern ist es ein Tag der Freude für mich persönlich, die deutschen Rennveranstalter und für den gesamten deutschen Trab- und Galopprennsport“, sagte der Vorsitzende des Zucht- und Trabrennvereins Straubing, Josef Schachtner, der seit Oktober auch der Sprecher der deutschen Trabrennvereine ist. Dass die Änderung des Rennwett- und Lotteriegesetzes innerhalb weniger Monate das Gesetzgebungsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, sei der effektiven Interessensvertretung des Präsidenten des Galopper-Dachverbandes, Dr. Michael Vesper, auf Bundes- und Länderebene zu verdanken. „Herr Dr. Vesper spricht zurecht von einem großen Tag.“ Schachtner schloss sich Vespers Dank an Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat an. Darüber hinaus dankte auch dem Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, allen voran Staatsministerin Michaela Kaniber und ihrem Vorgänger Helmut Brunner. „Wir haben aus dem bayerischen Landwirtschaftsministerium zu jeder Zeit und an jeder Stelle immer die volle Unterstützung in unserem Anliegen erhalten.“ In seinen Dank eingeschlossen hat Schachtner auch die regionalen Bundes- und Landtagsabgeordneten, die immer unterstützend tätig waren.

    Mit der Neuordnung des Rennwett- und Lotteriegesetzes im Jahr 2012 haben die deutschen Pferderennvereine ein Anrecht darauf, dass sie nicht nur für die Rennwettsteuer auf die Totalisatorumsätze eine Rückerstattung erhalten, sondern auch aus der Buchmachersteuer. Mit fünf Prozent haben sowohl Pferderennvereine als auch Buchmacher ihren Totalisatorumsatz, bzw. ihren Buchmacherumsatz zu versteuern. Bis zu 96 Prozent der abgeführten Steuer erhalten Rennvereine wieder zweckgebunden rückerstattet. Mit den Einnahmen können die Kosten, die in Zusammenhang mit der Abhaltung von Renntagen und Pferderennen entstehen, finanziert werden.

    Zwar haben Buchmacher mit Sitz im Ausland – und das sind fast alle großen Wettanbieter –bis dato die Buchmachersteuer in Deutschland abzuführen, allerdings war die Finanzverwaltung bisher der Auffassung, dass es sich dann um eine Sportwettsteuer handelt, die nicht rückerstattungsfähig ist. Dadurch entgingen dem deutschen Pferderennsport jährlich mehrere hunderttausend Euro an notwendigen Finanzmitteln. Durch die Gesetzesänderung wird die Rückerstattung nun klar definiert. „Die Rückerstattung ist für die Rennvereine existenziell wichtig, um auch in Zukunft Leistungsprüfungen abzuhalten und dadurch die Pferdezucht zu fördern“, sagte Josef Schachtner.

    Über konkrete Zahlen und die Höhe der Mittelzuflüsse für die einzelnen Veranstalter zu sprechen, ist nach Ansicht Schachtners noch verfrüht. „Wir warten die ersten Monate des neuen Jahres ab und werden dann sehen, was wir erwarten dürfen. Heute dürfen wir erst einmal ein wenig feiern!“

  • Nach der ersten Freude könnte man auch beginnen zu spüren...zu spüren, dass Management grosse Ziele erreichen kann....Traber Deutschland wird nicht gemanagt...da ist eine Menge Luft nach oben...Kampfgeist und Idealismus auf Vereinsebene ist total toll, aber muss....über den einzelnen Dächern ergänzend und gemeinsam eingebracht werden.


    Hier erleben wir nach langer Zeit ein gemeinsames Erfolgserlebnis für Alle...sogar über den gesamten Pferderennsport.

  • Post by Mille ().

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  • Nach der ersten Freude könnte man auch beginnen zu spüren...zu spüren, dass Management grosse Ziele erreichen kann....Traber Deutschland wird nicht gemanagt...da ist eine Menge Luft nach oben...Kampfgeist und Idealismus auf Vereinsebene ist total toll, aber muss....über den einzelnen Dächern ergänzend und gemeinsam eingebracht werden.


    Hier erleben wir nach langer Zeit ein gemeinsames Erfolgserlebnis für Alle...sogar über den gesamten Pferderennsport.

    Herr Neuss, das ist seit Jahren meine Rede! Mein Vorschlag wäre ein Dreigestirn, bestehend aus einem Trabermann/frau, der/die den Sport und die Zucht abdeckt, eiem Wettexperten, der weiß was die Leute die den Sport finanzieren sollen, wirklich wollen und einem Wirtschaftsexperten, der weiß wie man ein Unternehmen führt und vermarktet, aber auch einen guten Draht zu den Medien und zur Politik hat! Jeder weiß, dass man ein Fußballspiel viel bequemer daheim am Großbildschirm anschauen kann als in einem zugigen Stadion! Trotzdem sind die Stadien aber voll, und das muss ja an etwas liegen. Es ist wahrscheinlich das Flair und daran hapert es in unserem Sport gewaltig!! Wir müssen uns besser vermarkten, müssen für Unterhaltung zwischen den Rennen sorgen, aber für jung und alt! Ich wette, wenn man so etwas auf die Beine stellen würde UND publik macht, dann würden am nächsten Tag 100 neue Traber angeschafft!!! In Frankreich weiß jede Hausfrau wer Bold Eagle ist und bei uns kennt Orlando Jet keine Sa...! Da müssen wir hin!!!

  • Dr. Vesper, der Galopper Präsident, der keinen Unterschied zwischen dem TRS und den Galoppern macht, der bei jedem Ministerium willkommen ist, hat es mit Josef Schachtner geschafft, was schon als verloren galt: Die neue Regelung für die Buchmachersteuer Rückerstattung .

    Josef Schachtner hat jahrelang auf vielen politischen Ebenen dafür gekämpft, zusammen mit Dr. Vesper hat es nun geklappt.


    Der ganze Pferderennsport muß dafür den beiden Funktionären " Danke" sagen!


    Wieviel Mittel letztendlich in den TRS fließen werden ,ist momentan nur zu schätzen.

    Auch werden über die Aufteilung der Gelder an die Rennvereine noch größere Diskussionen zu erwarten sein.


    Aber wie Josef Schachtner es richtig ausdrückt: Wir sollten und freuen, daß das gelungen ist!

  • Hallo Herr Sporer,


    dazu einige Anmerkungen:


    • Danke sagen. na klar, das ist selbst hier in einigen Kommentaren zu lesen und kann nicht oft genug erwähnt werden
    • Die Summe der Mittel....dürfte über 7 Jahre eigentlich eindeutig formuliert sein? Umsatz ist Umsatz und Prozente sind Prozente...
    • Nach 7 Jahren gedachtem Regelwerk gibt es keinen belastbaren Verteilungsschlüssel? Wer legt denn diesen fest?
    • Was geschieht denn mit der Vergangenheit? Erwarten die Rennvereine Rückzahlungen in spürbarer Höhe?

    Sportliche Grüsse

    Peter Neuss

  • Dann erhalten deutsche Pferderennvereine auch dann Teile der Buchmachersteuer rückerstattet, wenn Buchmacher mit Sitz im Ausland auf die in Deutschland veranstalteten Pferderennen Buchmacherwetten annehmen.


    Mit fünf Prozent haben sowohl Pferderennvereine als auch Buchmacher ihren Totalisatorumsatz, bzw. ihren Buchmacherumsatz zu versteuern. Bis zu 96 Prozent der abgeführten Steuer erhalten Rennvereine wieder zweckgebunden rückerstattet. Mit den Einnahmen können die Kosten, die in Zusammenhang mit der Abhaltung von Renntagen und Pferderennen entstehen, finanziert werden.

    Unterstellt es wird eine Summe von 500 Mio € in Deutschland über die Buchmacher umgesetzt. Dann entfällt darauf 5 % Buchmachersteuer. Das sind 25 Mio. €. Davon werden zweckgebunden 96 % an die Rennvereine ausgeschüttet. Das sind 24 Mio. €.

    Bei höherem Umsatz mehr, bei niedrigerem Umsatz weniger.

    In jedem Fall viel Geld. Die Rennvereine werden sich bei den federführenden Funktionären zu bedanken haben! Ich persönlich habe mit dieser Entwicklung so nicht gerechnet. Schön dass man sich irrt! Für mich persönlich und den Trabrennsport : Herr Schachtner, Hut ab ! :thumbup:

    Der Beschluss wird den abgelaufenen Zeitraum nicht einschließen da das Verfahren insgesamt nach 2012 nicht schwebend war. So meine Einschätzung.

  • Das Direktorium hatte den Galopper-Anteil zunächst auf eine bis anderthalb Millionen Euro geschätzt; jetzt nach der Entscheidung des Gesetzgebers geht Michael Vesper von einer "hohen sechsstelligen Summe" für die Galopper aus.

  • Bevor es hier bzgl. Wettumsätzen zu weiteren Fantastereien kommt die nackten Fakten....

    Jahresumsatz Galopp 2018

    € 25.405.249.-

    Nachzulesen im Interview von sportschau.de mit Jan Antony Vogel vom 19.3.2019


    Letzter veröffentlichter Jahresumsatz deutscher Trabrennbahnen nachzulesen im TRK 49 aus 2017

    € 16.187.254,39

    Für 2018 wurden keine Zahlen veröffentlicht !

    Bitte die Fakten zu berücksichtigen und hier keine wilden Spekulationen !!!

    Mit sportlichem Gruß aus Hamburg

    Detlef Callsen

  • Mit fünf Prozent haben sowohl Pferderennvereine als auch Buchmacher ihren Totalisatorumsatz, bzw. ihren Buchmacherumsatz zu versteuern.

    Wenn es nur um die Totoumsätze der Buchmacher geht stimmen die rund 25 Mio. bzw. 16 Mio. als Grundlage sicherlich.

    Damit tritt die Neuregelung, für die von Seiten der deutschen Trab- und Galopprennvereine seit 2012 gekämpft wird, zum 1. Januar 2020 in Kraft. Dann erhalten deutsche Pferderennvereine auch dann Teile der Buchmachersteuer rückerstattet, wenn Buchmacher mit Sitz im Ausland auf die in Deutschland veranstalteten Pferderennen Buchmacherwetten annehmen.

    Wenn es dem Test nach um Buchmacherwetten geht sind diese nicht zwingend über den deutschen Toto gelaufen. Dann stimmen eher meine Annahmen. Davon bin ich ausgegangen und das sagt im Kern auch die Erläuterung zum Sachstand ab 1.1.2020 aus. Wenn es nicht um Toto- sondern um Buchmacherumsätze geht ist es sinnvoll dieses klarzustellen.

  • So weit waren wir vor 10 Jahren auch schon mal. 11 Mio wurden damals von einem Vereinsvorsitzenden berechnet. Gekommen sind....


    Das ist eine sehr erfreuliche Sache. Lindert die größten Schmerzen, aber keinesfalls ist es eine Gesundung.

  • Sicher ist das positiv.


    Nur die Wetter und Besitzer liegen inzwischen größtenteils

    im Bereich 65+.


    Im Westen sind die Umsätze an Normalrenntagen total

    eingebrochen.

    Wundert mich, wie sie diese (Normal) Renntage ohne Sponsoren like Mariendorf/Bahrenfeld

    noch aufrecht erhalten.

  • Brrrrrr.....


    Bitte genau lesen.

    Es geht um Buchmacherwetten auf dt. Trab- und Galopprennen.

    Hallo Herr Gruber .

    Was Sie meinen sind Buchmacherwetten in den deutschen Toto. Aber, und das wissen Sie auch, das ist doch nur ein Feigenblatt gemessen an den tatsächlichen Umsätzen.

    Um es zu verdeutlichen: Da wird eine Produkt "Pferderennsport" erstellt. Das finanziert sich (Gemeinnützigkeit) im wesentlichen aus Wettumsätzen. Jetzt gibt es aber Buchmacher, die dieses Angebot annehmen, Wetten aber nicht über den Toto abwickeln sondern selber halten. Und das ist in der Summe weltweit für das deutsche "Pferdewettangebot" wieviel?

    Die Zahlen kennt keiner, sie werden nicht erhoben. Ich sehe es aber als verwerflich an ein Produkt zu nutzen ohne mich an den Kosten oder der Erhaltung zu beteiligen. Und genau das passiert...

    Hier füllen sich Schmarotzer (Buchmacher die nicht in den Toto spielen) schamlos die Taschen. Mit dem Ergebnis das u.a. ein Spendenaufruf zur Unterstützung von Jockeys notwendig wird.

  • Fazit:


    Begleitend zur emotionslosen Information des HVT verstehe ich das wie folgt:


    • Die Jahre 2012 bis 2019 finden rückwirkend keine Berücksichtigung
    • Zukünftige Einnahmen werden nach einem unbekannten Verteilungsschlüssel vergeben. Aus meiner Sicht kann nur die Anzahl der durchgeführten Renntage führend sein, damit Renntage mit wenigen Rennen belohnt werden, da diese Aktiven orientiert trotz zusätzlicher Verluste durchgeführt werden.
    • Klare Angaben zu zukünftigen Umsätzen und deren zu erwartenden Verteilung bleiben unklar und führen nicht zu einer belastbaren Planungssicherheit der Rennvereine
    • Das wird demnach aus meiner Sicht ein Jahr 2020 ohne Wachstumsförderung des Sports, weil angesagt ist "mal schauen was da so kommt."


    Unterm Strich, bei diesem tollen Erfolg der Sportpolitik, zeitnah zu wenig. Eigentlich wären Optimismus und Pioniergeist gefragt.