Armin Veh macht Sauren Sorgen

  • Armin Veh, seines Zeichens Sportdirektor beim 1. FC Köln, wird den Klub spätestens zum Saisonende verlassen. Warum dieses Thema hier auf der Galopperseite von Bedeutung ist? Weil es um den Multi-Funktionär Eckhard Sauren geht. Der aus Aachen stammende kölsche Ecki ist bekanntlich nicht nur Dachfondsmanager mit eigenem Unternehmen, Präsident des Kölner Rennvereins, Vorstandsmitglied im Direktorium und Rennstallbesitzer, sondern seit Kurzem auch noch Vize-Präsident beim Effzeh. Man hat ja sonst nix zu tun... Der Abgang des Augsburger Freigeistes Veh kommt für den Galopper zur Unzeit, denn nun muss er sich vorrangig damit beschäftigen, einen Ersatz als Sportdirektor zu finden. Da der Neue im Frühjahr bereits die Transfers für die kommende Saison eintüten muss, soll der Wechsel bereits im Winter erfolgen. Zudem steht der Klub auch auf einem Abstiegsplatz und Trainer Beierlorzer in der Kritik, aber ein möglicher Trainerwechsel sollte, wenn er denn kommt, sinnvollerweise erst vom neuen Sportdirektor vorgenommen werden. Also viel zu tun für Eckhard Sauren. Sauren ist dabei beileibe nicht der einzige Multi-Funktionär im Direktorium. Bei Andreas Jacobs spielen sich diese Rollen auf internationalem Parkett ab.


    In ihrem Buch „Super-hubs“ beschreibt die deutsche Wall Street-Kennerin Sandra Navidi, wie sich die Mächtigen der Wirtschaft von Normalsterblichen unterscheiden. Die Wirtschaftsbosse verfolgen eine spezielle Networking-Strategie, die darauf abzielt, Einfluss durch Allianzen in unzähligen Institutionen zu gewinnen. Sicher ist dies effektiv, um Macht zu bekommen, aber wie viel Zeit bleibt dann noch, um all diesen Aufgaben gerecht zu werden? Im Galopper-Direktorium wurde im letzten Frühjahr für den Sommer 2019 das neue Zukunftskonzept des deutschen Turfs versprochen. Passiert ist bisher nichts. Eigentlich müsste sich das DVR-Vorstandsmitglied Sauren nun diesem Thema widmen. Aber man weiß ja: keine Zeit. Am Geißbockheim brennt der Baum.

  • Auch Albrecht Woeste war in seiner Zeit als Präsident des Direktoriums offenbar nicht ausgelastet und verdingte sich zusätzlich als Mitglied des Aufsichtsrates bei Fortuna Düsseldorf. Mit diesem Honoratioren-Rennsport will das neue Reform-Duo Vesper/Pommer jetzt Schluss machen, und darum tobt im Direktorium der Kampf der Kulturen: Reformer vs. Freizeitkapitäne des Besitzer-zentrierten Rennsports, wie wir ihn seit den Tagen von Lord Derby und Lord Bunbury kennen, und wie er nicht mehr in die heutige Zeit passt, in der der Profisport längst eine Wirtschaftsbranche geworden ist. Ob Vesper und Pommer als Person menschlich und fachlich für ihre Aufgabe geeignet sind, ist eine ganz andere Frage, die unabhängig von der Reform des Turfs zu beantworten ist.

  • Der letzte Satz trifft es. Nachdem Herr Vogel als Geschäftsführer gegangen wird gibt es keine Fachkompetenz mehr. Am meisten Angst machte mir die Aussage von Herrn Dr. Vesper, dass er glücklich ist von Herrn Vogel in den letzten eineinhalb Jahren alles gelernt zu haben.... andere brauchten dafür 30 Jahre.....

  • So einen Kampf der Kulturen gab es vor rund dreißig Jahren im Direktorium schon einmal. Damals wurde der Horseman von Loeper auf dem Geschäftsführer-Sessel vom Wirtschaftsmann Winfried Engelbrecht-Bresges abgelöst. Für den turbo-dynamischen WEB war der Vorgänger ein altmodischer Pferdefuzzi, der im Führring die Pferde sortiert. Nach meiner Meinung braucht man sowohl Leute mit Rennsportwissen als auch innovative Typen, die neue Wege gehen. Von Vesper, dem früheren Steigbügelhalter des unseligen Sportfunktionärs Thomas Bach, bin ich nicht überzeugt. Bei Pommer bin ich noch unentschieden. Pommers Maxime, das Wetten als altruistische Hilfe für die Rennbahnen zu vermarkten, halte ich für eine Schnapsidee.

  • Die obige Bemerkung von Insider hat am Freitagabend eine besonders aktuelle Bedeutung bekommen, und zwar im kölschen Fußball, aber man könnte das Ganze in Blaupause auf den Galopprennsport übertragen.


    Der Effzeh hat am Freitag die vierte Pflichtspielniederlage hintereinander erlitten, zudem wurde die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Armin Veh direkt nach dem Spiel mit sofortiger Wirkung beendet. Trainer Beierlorzer hängt nun zwischen Baum und Borke. Vizepräsident Eckhard Sauren also im Vollstress. Und wie sah das praktisch aus? Der EXPRESS dazu: „Die FC-Gremien, insbesondere der Vorstand um Präsident Werner Wolf (63), berieten sich den ganzen Montag über.“


    Und was kam dabei raus? Das erzählt der STADTANZEIGER: „Mehr als 36 Stunden hatten die Gremien eine öffentliche Erklärung zum Trainer vermieden. Dann hatten sich Werner Wolf, Jürgen Sieger und Eckhard Sauren mit Geschäftsführer Armin Veh in einer Loge des Rhein-Energie-Stadions getroffen, um die Lage zu erörtern. Die drei Vorstandsmitglieder waren trotz intensiver Debatte mehrheitlich für Beierlorzers Ablösung.“ Die Bosse wollten den Trainer also schon VOR dem Spiel weghaben. Letzten Endes saß der Coach jedoch trotzdem auf der Bank, und das kam daher, weil der fachunkundige Vorstand sich von anderen Gremien hatte bequatschen und umstimmen lassen. Der Effzeh hat nämlich neben dem Vorstand noch ein „Sportkompetenzteam“, das den Vorstand beraten soll. Scheint nicht viel geholfen zu haben.


    Auch diese Passage aus dem STADTANZEIGER ist erhellend: „Der Vorstand gab in seiner Erklärung außerdem bekannt, dass die Suche nach einem Nachfolger für Armin Veh voranschreite. Ein Anforderungsprofil an den neuen Mann sei einer Personalberatung übergeben worden, die wiederum eine Liste mit Kandidaten erstellt habe, die man bereits abarbeite.“


    Mit anderen Worten: Weil der Vorstand selber keine Fachkompetenz hat und den Markt für Fußballmanager nicht kennt, muss man nun eine Personalberatung beauftragen, die einen neuen Sportdirektor für den Effzeh sucht. Auf die gleiche Art und Weise hatte übrigens auch das Galopper-Direktorium seinen Präsidenten Vesper gefunden. Im Fußball gibt es Funktionäre wie Eckhard Sauren, die sich einen Fanschal umhängen und dann glauben, sie könnten ein Wirtschaftsunternehmen, das ein Bundesliga-Klub nun mal ist, kompetent führen. Genauso gibt es im Turf jede Menge Pferdebesitzer an der Spitze von Rennbahnbetreibern, die glauben, ihr fehlendes Wissen im Sportmanagement könnte man durch den Besitz eines Rennstalls ausgleichen.

  • Dass sich nur wenige Tage nach dem Eröffnen dieses Threads die Ereignisse beim 1. FC Köln überschlagen würden, hat mich völlig überrascht. Jedenfalls ist seit gestern nach dem Sportdirektor nun auch noch der Trainer weg. Gut für den Verein und für Eckhard Sauren, dass man jetzt in der Länderspielpause etwas durchschnaufen kann.


    Das wollen wir ebenfalls tun und hier mal einige andere Sauren-Aspekte beleuchten. Als Rennstallbesitzer hat Sauren inzwischen eine bestimmte Größe erreicht. In Deutschland hat er zehn Vollblüter im Training, die auf drei verschiedene Trainer im Rheinland verteilt sind. Daneben besitzt er aber auch seit Jahren Galopper in Chantilly, die der deutschen Tranerin Carina Fey anvertraut sind. Derzeit sind es sechs. In der Statistik von France Galop kommt Sauren 2019 inklusive Besitzerprämien bisher auf ein Rennpreisgeld von einer Viertelmillion Euro.


    Eckhard Sauren ist für seine Firma auch bei Anlegermessen als Redner unterwegs, und vor knapp fünf Jahren veröffentlichte er das Buch „Die Zinsfalle“: https://www.amazon.de/Die-Zins…8798984#reader_3898798984

    Als Dachfondsmanager verfolgt er das Motto: „Wir investieren nicht in Fonds, sondern in Fondsmanager.“ Er setzt also in erster Linie auf Menschen und nicht nur auf Zahlen. Das setzt Menschenkenntnis und Empathie voraus. Ein fiktives Beispiel: Angenommen, Sauren findet heraus, dass einer der Fonds in einem seiner Dachfonds von einem Manager betreut wird, dessen Frau vor Kurzem Krebs bekommen hat, dann würde Sauren diesen Fonds sicherheitshalber aus dem betreffenden Dachfonds rauskicken. Einfach aus der Skepsis heraus, dass sich dieser Manager nicht mehr völlig auf seine Arbeit konzentrieren kann. Sauren muss somit Menschen realistisch einschätzen können, um beruflich Erfolg zu haben. Ob er diese Fähigkeit auch im Galopprennsport und im Fußball besitzt, bin ich mir nicht so sicher.

  • Jetzt kann Eckhard Sauren endlich wieder einen Gang runterschalten: Der 1.FC Köln hat einen neuen Trainer (Markus Gisdol) und auch einen neuen Sportdirektor (Horst Heldt). Bei den Gesprächen mit Heldt spielte Sauren eine besondere Rolle, wie der STADT-ANZEIGER weiß:

    Früher, da trafen sich die Verantwortlichen des 1. FC Köln mit potenziellen Manager- oder Trainerkandidaten schon mal in den vornehmen Hotels der Stadt. Die bieten zwar allerhand Komfort, das Unkluge ist nur, dass sie zentral liegen und gut einsehbar sind – erst recht in Zeiten, in denen fast jeder Mensch mit einem Smartphone alles und jeden bildlich festhalten kann. Der neue Vorstand des 1. FC Köln geht bei seiner Suche nach einem Geschäftsführer Sport als Nachfolger für Armin Veh überlegter vor: Das Präsidium trifft sich mit Kandidaten an Orten, die nicht für jedermann zugänglich sind, zum Beispiel in den Büros der Sauren Fonds-Service AG von FC-Vizepräsident Eckhard Sauren im Mediapark 8. Dort kann man ziemlich unbemerkt in die weitläufige Tiefgarage einfahren und von dort aus im Fahrstuhl zum Verhandlungsort fahren.“


    Wirklich ein Fuchs, dieser Sauren!